Visitenkarten

Sie haben schon eine lange Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert reicht, die Rede ist von der bekannten Visitenkarte.

­ Das in der Gegenwart fast unentbehrliche Utensil kam in Europa vermutlich erstmals im 17. Jahrhundert auf. Bei Besuchen, also bei der "Visite" bestand das konventionelle Ritual, dem Bediensteten bei Ankunft ein gefaltetes Kärtchen zu übergeben, das den Namen des Ankömmlings beinhaltete. Die ursprünglich in Adels- und gutbürgerlichen Kreisen geübte Etikette wurde später zum Bestandteil allgemeiner Umgangsformen und ist heute im geschäftlichen wie privaten Kontakt nicht mehr wegzudenken.

Die Visitenkarte wird auf Messen, bei Konferenzen und selbstverständlich nach wie vor bei Besuchen ausgetauscht, ihre Übergabe ist Bestandteil des Erstkontakts nicht nur von Geschäftsleuten und Vertragspartnern, sondern teilweise auch im privaten Bereich. Ihre Funktion besteht in erster Linie aus Information und Erinnerung, zugleich kann sie die Wirkung einer Empfehlung entfalten. Ihr Nebeneffekt besteht darin, dass sie dem Empfänger unaufdringlich die Position des Inhabers in einem Unternehmen oder einem Verband mitteilt. Die Information selbst beinhaltet neben dem Namen vor allem die Kontaktmöglichkeiten, also die postalische Anschrift, die Telefonnummer, e-mail-Adresse, Homepage. Üblich ist es bei geschäftlichen Visitenkarten auch, das Firmenlogo zu präsentieren.

Die von der Visitenkarte ausgehende Image- und Werbewirkung ist gewiss auch Selbstpräsentation. Zu deren Veranschaulichung können bestimmte charakteristische Alleinstellungsmerkmale des Inhabers, zum Beispiel ein Motto oder Kredo aufgenommen werden. Das verrät Originalität und kann originell sein.

Die Visitenkarte kann ein- oder beidseitig bedruckt sein, sie ist im Regelfall aufklappbar. Als eine Sonderform erlebte das Visitenkarten-Portrait im 19. Jahrhundert seine Geburtsstunde. Der Herzog von Parma, der im Jahre 1857 sein Foto auf die Karte klebte, gilt als Erfinder dieser Kreation, die sich als eine Art Souvenir vor allem in der studentischen Jugend einer großen Beliebtheit erfreute.

Ursprünglich war die Herstellung eine Arbeit des Kupferstechers. Heute kommen vorwiegend der Digital-Offstet- oder der Siebdruck zum Einsatz. Als Materialien werden neben dem traditionell gebrauchten Karton auch Aluminium, Holz oder Kunststoff (PVC) verwendet. Die moderneren Fabrikate stellen das Motiv erhaben heraus. Die Schrift hebt sich in dreidimensionaler Andeutung vom Untergrund ab, sie kann leicht glänzen. Diese gesteigerte optische Attraktivität wird durch die Verfahren des Stahlstichs, des UV-Spotlack oder UV-Lack-Drucks oder durch den in den USA entwickelten Thermoreliefdruck bewirkt.

Die Gestaltung der Visitenkarte bietet viel Raum für viel Kreativität. Der Inhaber kann die Gestaltung vom Selbstverständnis der eigenen Person oder Position abhängig machen, er ist jedoch vor allem gut beraten, wenn er die beabsichtigte Empfängerwirkung berücksichtigt. Die praktischste und kostengünstigste Variante, die Herstellung im Computer-Eigenbau, kann dem gewünschten Image von Unverwechselbarkeit und Exklusivität abträglich sein. Weiterhin ist es empfehlenswert, das in Europa übliche Standardformat - 85 mal 55 mm - einzuhalten, weil dadurch der Respekt vor allgemeinen Gepflogenheiten zum Ausdruck gebracht wird.

Experimentierfreude, die sich vor allem in der farblichen Gestaltung artikulieren kann, sollte immer zum Profil des repräsentierten Unternehmens oder auch der eigenen Person passen. Bedeutsam ist es aber auch, die Karte lesbar und transparent aufzubauen, die enthaltenen Inhalte auf das Notwendige und Wesentliche zu beschränken. Das überfordert den Empfänger nicht und es wird Folgekontakte erleichtern.

Eine interessante Informationsseite über das Thema Visitenkarten ­finden Sie auf Visitenkarten-24.org, mit vielen Fakten über den Ursprung der Visitenkarte, Bräuche im Ausland, Tipps zum selber gestalten und viel mehr.­


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KW 43 - Dienstag, 24. Oktober 2017