Online-Nachschlagewerke

Ein Online-Nachschlagewerk gleicht einem Lexikon, das im Internet abgerufen werden kann. Bekannt sind sie unter anderem als sogenannte Wikis.

­Sie setzen sich aus einer Startseite zusammen, von der aus nach einem speziellen Begriff gesucht werden kann, sowie einigen Kategorien, in denen man ebenfalls blättern kann. Online-Nachschlagewerke gibt es zu vielen verschiedenen Themen: Sie können allgemein gehalten sein oder sich auf einen speziellen Bereich konzentrieren.

Entwickelt haben sich Online-Nachschlagewerke, als das Internet für jedermann zugänglich wurde. Erste Ansätze gibt es bereits aus der Zeit, zu der Flatrates noch nicht einmal auf dem Markt waren. Bekannte Lexika haben sich mittlerweile darum bemüht, ihre Inhalte ins Netz zu laden - es haben sich aber auch neue Formate herausgebildet. Während Lexika auf eigene Systeme halten, um ihre Inhalte zu veröffentlichen, nutzen die modernen Varianten meist das Wiki-Prinzip. Es handelt sich dabei um einen systematischen Seitenaufbau, der den Nutzern ermöglicht, Inhalte zu suchen und sie online zu ändern. Moderne Online-Nachschlagewerke sind daher nicht das Werk einiger weniger, sondern vieler Autoren. Das bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.

Ein Nachschlagewerk im Internet wurde bewusst dazu konzipiert, für jedermann editierbar zu sein. Damit kann man beim Lesen kleinere Rechtschreibfehler ausbessern, um den Wert des Werks insgesamt zu erhöhen - man kann aber auch selbst tätig werden und eigene Einträge verfassen. Wiki-Systeme legen sehr hohen Wert auf die wissenschaftliche, thematische Richtigkeit Ihrer Inhalte. Besondere Qualifikationen sind zwar nicht notwendig, wenn man als Autor tätig werden will, dafür aber belegbare Quellen. Bei den Einträgen handelt es sich um wissenschaftlich korrekte Artikel, die sich auf Fachliteratur und aktuelle Ereignisse stützen. Da sie immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden können, besteht der große Vorteil darin, dass selbst jüngste Ereignisse in die jeweiligen Artikel einfließen.

Die öffentliche Zugänglichkeit wird oft aber als Nachteil gewertet. Kritiker begründen dies damit, dass Online-Nachschlagewerke von jedermann bearbeitet werden können - ob er nun die notwendigen Fachkenntnisse besitzt oder nicht. Die Qualifikationen des Autors werden vor dem Verfassen nicht geprüft, und auch danach können Fehler im Artikel nur entdeckt werden, wenn andere Nutzer das Werk lesen. Bevor tatsächlich etwas abgeändert wird, folgt im Regelfall eine Diskussion unter den Nutzern, sodass bis zur Änderung viel Zeit vergehen kann.

Ob man Online-Nachschlagewerke benutzen möchte oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Sie eignen sich als Möglichkeit, sich schnell und umfassend über einen Sachverhalt zu informieren. Es besteht zwar die Möglichkeit, dass Autoren falsche Informationen einstellen - allerdings arbeiten die Autoren gewissenhaft, und belegen ihre Aussagen, während die Redaktion der Wikis Stellen markiert, die unzureichend belegt sind. Auch, wer einen Einleitungssatz für eine Arbeit sucht, kann sich an solchen Nachschlagewerken orientieren. Zitieren sollte man daraus allerdings nicht, sondern die Artikel lediglich als Referenz zur eigenen Information verwenden.


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KW 25 - Freitag, 23. Juni 2017